Die Geschichte von Zeb – Margaret Atwood | Rezension

Die Geschichte von Zeb – Margaret Atwood | Rezension

„Oryx wird helfen und das Baby wird aus der Knochenhöhle kommen und dann wird Amanda sehr glücklich sein. Alle sind glücklich, wenn gerade ein Baby aus der Höhle gekommen ist.“

Margaret Atwood

REZENSION

Während die Vorgänger Orxy und Crake & Das Jahr der Flut der MaddAddam-Trilogie parallel spielen, knüpft die Finale Geschichte um den Charakter Zeb an die Handlung des zweiten Bandes an. – Bei der Rettung vor den Painballern. Nachdem mich der zweite Teil etwas enttäuscht zurück gelassen hatte, war meine Hoffnung auf ein grandioses Finale recht hoch. Der Anfang verlief solide, und mich interessierte besonders wie es mit Amanda, Jimmy, den Crakern und auch Zeb weiterging.

Die Fortsetzung gefiel mir anfangs gut, und ich habe sie gerne gelesen, jedoch der Teil von Zeb und seinem Bruder Adam Eins, dessen Band diese Geschichte gewidmet ist, plätscherte von Seite zu Seite einfach so dahin. Ich verlor mich in Gedanken, und blieb nur fokussiert, wenn es um die Absurdität und Naivität der Craker ging. – Ich hatte mit ihren endlos langen Fragereien wirklich meinen Spaß. Gestört hat mich, dass sich der dystopische Anteil in diesem Band gänzlich verlor, und der Fokus eigentlich nur noch auf dem gemeinsamen Leben, der Pflege und eben den Vergangenheiten von Zeb und Adam Eins lag, die leider nicht allzu viel Neues im Gepäck hatten. – Es gab einiges an Wiederholungen. Dennoch bin ich nach wie vor verblüfft, wie gut Atwood die Geschichte verpackt hat, trotz all der verrückten Ideen, Hirngespinsten und ihrem Hang zum Vulgären, der mir in diesem Band doch sehr stark aufgefallen ist. Sie lebt sich in diesem Buch sexuell wahrlich aus und lässt nichts aus.

„Die Frauen lächelten gelassen; die Männer waren in vollem Brunftmodus mit Blumen in der Hand, und ihre nackten, idealisierten Körper sahen aus wie aus einem Comic für Vierzehnjährige, jeder Muskel definiert, jedes Muskelspiel ein Schimmern. Sie wedelten wie freundliche Hunde mit ihren leuchtend blauen und unnatürlich großen Penissen.“

Ich muss sagen, die Entwicklung ihrer Sprache, ist für mich als Reflektion, mit das Interessanteste gewesen. Inhaltlich dagegen, war es mir stellenweise zu langatmig und um es mal so auszudrücken: Es war etwas nettes für Zwischendurch, dass mich gut unterhalten hat.
Wenn man wie ich, vorab, Der Report der Magd und Die Zeuginnen gelesen hat, und sich in Stil und Kreativität der Autorin verliebt hat, dann wird es schwer für die MaddAddam-Trilogie. Sie hat durchaus interessante Aspekte, vor allem wenn es darum geht, die Entwicklung Atwood´s Geschichten besser nachvollziehen zu können, aber sie kommt meiner Meinung nach nicht annähernd an die Welt der roten Mägde heran, weswegen ich empfehlen würde, erst mit den älteren Werken der Autorin zu beginnen. Trotz Kritikpunkte, bin ich froh auch diese Seite von Atwood kennengelernt zu haben und werde weitere Werke von ihr lesen.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Piper Verlag | Autor: Margaret Atwood | ET: 02.10.2017 | Buchlänge: 480 Seiten | ISBN: 978- 3492313421 | ERWERBEN

INFOS

Band 1 | Orxy und Crake
Band 2 | Das Jahr der Flut
Band 3 | Die Geschichte von Zeb

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