Das Fundstück – Frank Kodiak | Rezension

Das Fundstück – Frank Kodiak | Rezension

„Oh ja, er ist auf seine Reise gegangen, ich habe ihn schön im Land verteilt. Alle wollen mit mir auf die Reise gehen, weißt du … Die nächste wartet schon.“ 

Frank Kodiak

REZENSION

„Du weißt nie wer neben dir sitzt.“ – Mit diesem Satz hatte mich Frank Kodiak aka Andreas Winkelmann schon. Gespannt schlug ich also Das Fundstück auf, in der Hoffnung auf ein fürchterliches Blutbad zu treffen.

Im Gepäck eines Reisebuses – dem Youbus – ist ein Koffer zurückgeblieben. Mit grauenhaftem Inhalt und einer rätselhaften Botschaft, die da lautet: »Ich packe meinen Koffer, und auf die Reise geht …?«. Der Ermittler Olav Thorn macht sich auf die Suche nach dem Übeltäter in Bremen, doch es tauchen Tag für Tag neue Koffer mit selbiger Botschaft auf. Gemeinsam mit der Berliner Ermittlerin Leonie Grün suchen sie nach Hinweisen, die sie hoffentlich zum Serienkiller führen…

Das Buch hat richtig spannend, aber auch lustig angefangen. Alleine schon die Widmung hat mich zum Schmunzeln gebracht, aber auch die Eigenarten des Charakters Olav Thorn waren sehr amüsant zu lesen. Teilweise auch ein wenig widerlich, aber der Humor ist genau nach meinem Geschmack gewesen. Und mir gefiel auch, dass man das Ermittlerduo nochmal genau unter die Lupe genommen hat, und man so einen besseren Einblick in ihr Wesen bekam, jedoch wurde es dann teils auch etwas zu detailliert. Wahrscheinlich war das auch als Ablenkungsmanöver gedacht. Ein weiteres Ablenkungsmanöver sollten dann wohl Jan und Rica darstellen, was ich als Idee garnicht mal so schlecht fand, jedoch war es hier umgekehrt als beim obigen Duo: Mehr Informationen hätten sie interessanter gemacht und ich hätte sie nicht direkt als Täuschung abgestempelt.

Was mir gut gefiel war die Geschichte des Busfahrers, die wirklich stimmig und gut durchdacht war. Das empfand ich als authentisch, ebenso die anderen Reisenden, die alle einmal durchleuchtet wurden. Was mir aber bei der Geschichte missfiel, dass ich viel zu wenig Verdacht geschöpft habe, ganz egal wieviele Haltestellen und neue Gesichter ins Spiel gebracht wurden… Sonst sind Thriller immer so schnelllebig und ich verdächtige einen nach dem anderen, aber hier waren es nur zwei Personen und eine davon war dann auch der finale Täter. – Auch so ein Punkt, den ich etwas schwach fand, da mir der Täter als zu offensichtlich dargestellt wurde. Das Sprichwort „Das hat Hand und Fuß“ hat meiner Meinung schon recht früh einiges vorweggenommen. Insgesamt war es mir nicht verschleiert genug. Der Fokus lag zu sehr auf der Ermittlung, während ich über den Täter und seine Gedanken kaum etwas gelesen habe.

An sich ein guter Thriller, aber es gab zu viele Hinweise, die mir die Spannung genommen haben. Ich würde dieses Buch auch eher als Krimi bezeichnen, da es hauptsächlich um die Ermittlungsarbeit ging. Nichtsdestotrotz war der Schreibstil einnehmend und das Buch ist im Nu gelesen, wie es sich für einen Thriller gehört. Auch wenn mir das Ende ein wenig dahingeplätschert vorkam, kann ich „Das Fundstück“ Einsteigern des Genres empfehlen. Den Vergleich mit Fitzek dagegen empfinde ich als etwas schwierig.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Droemer Knaur Verlag | Autor: Frank Kodiak | ET: 04.11.2019 | Buchlänge: 368 Seiten | ISBN: 978-3426307564 | ERWERBEN

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