Legendary – Stephanie Garber | Rezension

Legendary – Stephanie Garber | Rezension

„Wir alle haben die Kraft, unsere Bestimmung zu wählen. Aber mein Herz, wenn du mit diesen Karten spielst, dann gibst du den Schicksalsmächten, die darauf abgebildet sind, die Möglichkeit, deinen Weg zu ändern.“ 

Stephanie Garber

REZENSION

Ein Buch, dass ich mit sehr gemischten Gefühlen betrachte, ist Legendary. Ich habe mir unendliche Mysterien gewünscht, und spannende Wendungen ohne Ende und allen voran eine Lösung, die mich überrascht und vielleicht auch ein wenig entsetzt, aber es kam dann doch etwas anders als erhofft.

Aber vorab worum geht es denn eigentlich? Scarlett hat in dem ersten Band Caraval gewonnen und Legend plant schon wieder ein neues Spiel an dem Scarlett´s Schwester Donatella mitspielen wird. Doch dieses mal scheint Caraval echter und von höherer Bedeutung zu sein. Ist es wirklich nur noch ein Spiel, oder endet es sogar tödlich? Und dann fängt ihr Herz auch noch an wie wild zu pochen, bei dem Gedanken an den Mann mit dem schwarzen Zylinder…
Es geht also um die Jüngere der beiden Schwestern, und zwar Tella, die noch Schulden offen hat und diese mittels des Spiels versucht zu begleichen. Zum Jahrestag der Kaiserin Elantine findet Caraval wieder statt, doch nebst Legend, beeinflusst auch die ehemalige Stadt der Schicksalsmächte das Spiel. Zwischen Darsteller, Trugbild und Lügen, wird kaum noch unterschieden. Alles verschwimmt miteinander und wird auf die Probe gestellt. Wem kann Tella noch trauen? Soll sie sich wirklich an Jacks Regeln halten, oder traut sie lieber dem verführerischen Legend über den Weg? Und hegt dieser nicht ganz andere Pläne?

Erhofft habe ich mir darunter eine Maskerade der Extraklasse. Mysterien, unverhoffte Twists und eine Geschichte, die neu erzählt wird. Doch so gut der Inhalt klingt, so platt war die Umsetzung. Denn eigentlich wird Scarletts Geschichte nur wiederholt, bloß mit Tella als Hautrolle. Parallelen, wie mit der Verlobung, der plötzlichen Liebe und das ewige Hin und Her, boten hier nichts Neues. Einzig, die Idee mit den Schicksalsmächten, die nach Freiheit dürsten, versprach etwas Interessantes, dass ich im übrigen auch garnicht mal so schlecht fand.

Ein weiterer Abklatsch des ersten Teils, ist Tella´s Naivität, welche wohl aus der Familie stammt, denn dies hat mich auch schon bei Scarlett rasend gemacht. Jetzt, mit ein wenig mehr Erfahrung in dieser bunten, magischen Welt und verdrehten Geschäften, hätte ich mir gewünscht, dass Tella bedachter vorgeht, nicht wahllos entscheidet und sich ohne Überlegungen in die nächste Katastrophe stürzt. Man könnte meinen dies sollte Spannung und Witz erzeugen, aber es war schlussendlich nur ein anstrengender Dauerzustand. Auch mein Wunsch, dass sich die Schwestern hier endlich mal wie Geschwister benehmen, die füreinander da sind, wurde leider nicht erhört.
Während Legend zuvor ein Mysterium bleibt, dessen Gesicht, noch Namen, jemand kennt, oder eben nicht erzählen darf/kann, wird das Geheimnis nun gelüftet und die Auflösung hat mich leider sehr enttäuscht. Ich habe ohne Ende gegrübelt und mir die verrücktesten Theorien ausgedacht, einfach weil diese Welt für die wirrsten Täuschungen und Visionen geschaffen ist, aber da hat sich die Autorin einfach für den schnellsten Weg entschieden. So so schade!

Und jetzt kommen wir zum Punkt, warum ich so gemischte Gefühle für diese Bücher habe. Schlicht und einfach der Weltenbau, der mich fasziniert und wirklich tolle Ansätze für eine großartige Geschichte bietet, sowie eine Kulisse, die man nicht mehr so schnell vergisst. Auch an der Geheimnistuerei und dem großen Rätselraten hatte ich meinen Spaß, aber eben genauso sehr habe ich mich über die Charaktere, die gewollte Lovestory und eine nicht originell genügende Handlung geärgert. Im Nachhinein betrachtet, gefällt mir der Einstieg in Caraval dann doch deutlich mehr, obwohl ich da auch schon ähnliche Kritikpunkte aufwies. Den Hype um die Reihe kann ich nicht nachvollziehen, weswegen für mich an dieser Stelle Schluss ist. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass ein jüngeres Publikum um die 15+ Jahren noch deutlich mehr Begeisterung für diese Reihe aufbringen kann.

„So fantastisch dir Caraval erscheint,
die nächsten fünf Tage sind ernst gemeint.“

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BUCHDETAILS

Herausgeber: ivi Verlag | Autor: Stephanie Garber | ET: 02.10.2018 | Buchlänge: 448 Seiten | ISBN: 978-3492704021 | ERWERBEN

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