Abgründige Geheimnisse – Lindsay Galvin | Rezension

Abgründige Geheimnisse – Lindsay Galvin | Rezension

„Meine Brust bebt, krampft. Panik drückt mich wieder in die Dunkelheit.
Ich schwebe hinauf zum Licht.
Gedankenfetzten …
ungreifbar …
Lärm. Donnernd, rhythmisch.
Licht. Farben.“ 

Lindsay Galvin

REZENSION

Aster und Poppy haben ihre Mutter verloren und müssen nun zu ihrer Tante, die Krebsforschung betreibt, nach Neuseeland ziehen. Doch dort angekommen, scheint der Alptraum erst so richtig loszugehen.

Vorab im Flieger lernen wir auch noch Sam kennen, der in Neuseeland wohnt und sich flüchtig mit Aster und Poppy anfreundet. Die beiden Mädchen sollen also bei ihrer Tante Iona wohnen, doch diese muss zwecks dringlicher Forschung zu ihren Studenten in das Ökodorf. Kurzerhand kommen also auch Aster und Poppy mit. Dort werden sie schnell Teil der Studie, auch wenn es vorerst als Fürsorge abgetan wird. Besonders Poppy merkt das hier etwas nicht stimmt und macht ihre Schwester darauf aufmerksam. Doch die Fugen scheinen schon auseinander zu geraten. Die Erzählstränge von den Schwestern, sowie dem Jungen Sam verlaufen sich nach und nach ineinander. Der Junge sorgt sich, da er nichts mehr von ihnen hört, und macht sich auf die Suche und gerät dabei selbst auch in Gefahr.

Spoiler ab hier

Abgründige Geheimnisse fängt spannend an und ich habe eine Geschichte erwartet, die mich an die Serie Lost erinnert. – Ein Leben auf einer Insel, Geheimnisse und Mysterien Pur. Leider hat dieses Buch dann aber einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Einen für mich schon fast absurden. Das Thema Forschung und Krebsheilung steht hier im Vordergrund, was ich als Idee wirklich gut fand, da die Schwestern ihre Mutter an genau dieser Krankheit verloren haben und somit Betroffene sind, aber das wir es dann ganz plötzlich mit Meermenschen zutun haben, hat mich schlichtweg fassungslos gemacht. Und diese Betitelung Sea Boy hat mich ein wenig in den Wahnsinn getrieben. Auch die Idee mit den Studenten und der Wandlung war für mich schon beinahe an den Haaren herbei gezogen. Das Buch behandelt ein so ernstes Thema und verwebt das ganze mit einem solchen „Schwachsinn“. Experimente an Menschen gibt es schon immer und die Idee dies in einem fiktiven Roman zu verpacken, finde ich garnicht verkehrt, aber die Umsetzung zweier nicht zusammen passenden Themen, missfiel mir leider.

Die Charaktere haben mir auch Schwierigkeiten bereitet. Während ich für Poppy Sympathie aufbringen konnte, habe ich mich umso mehr über Aster geärgert. Natürlich ist sie in einer schwierigen Position als heranwachsende, junge Frau, die ihre kleine Schwester beschützen möchte, aber sie hat sowas von unüberlegt gehandelt und ihre Naivität ging mir ganz schön auf die Nerven. Und auch die Kommunikation zwischen ihr und Sea Boy, die nicht vorhanden war, aus dem Grund, dass er Angst vor der Sprache hatte. Es fehlte an jeder Ecke an Emotionen. Viele Lösungen waren mir hier zu platt und zu einfach gestrickt, und ergaben teilweise keinen Sinn. Immerhin lies sich die Geschichte flüssig und leicht lesen, was der Zielgruppe entsprechend ist.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Chicken House | Autor: Lindsay Galvin | ET: 05.10.2019 | Buchlänge: 352 Seiten | ISBN: 978-3551521149 | ERWERBEN

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