Goldene Flammen #1 Grishaverse – Leigh Bardugo | Rezension

Goldene Flammen #1 Grishaverse – Leigh Bardugo | Rezension

„Ich rief, und das Licht antwortete. Ich spürte, wie es aus allen Richtungen auf mich zuschoss, über den See und die goldenen Kuppeln des Kleinen Palasts flog, durch Wände und Tür von Baghras Hütte flutete. Ich spürte es überall.“ 

Leigh Bardugo

REZENSION

Goldene Flammen – Darunter habe ich vieles vermutet, aber nicht eine Welt, die an ein magisches Russland erinnert.

Alina ist eine Waise, genau wie ihr bester Freund Malyen. Sie sind zusammen aufgewachsen und hatten es nicht immer leicht, dennoch haben beide eine tolle Berufung erlernt und sind in ihrem Gebiet sehr gut. Alina als Kartografin und Mal als Fährtenleser. Bei einem Überfall werden die beiden jedoch entzweit. Alina geht in die Lehre der Grisha, während Mal sich durch das Land kämpft.

„Das Wort, das die Philosophen für jemanden benutzten, der ohne die Gaben der Grisha geboren wurde, lautete Otkazat´sya, >>Verlassener<<. Ein anderes Wort für Waise.“

Diese Geschichte versprach so so viel, aber für mich glich sie eher einer kleinen Einleitung in eine neue fantastische Welt. Russland als Vorlage für eine magische Welt zu nehmen, gefällt mir sehr gut, da ich schon immer eine Faszination für das Land und die Leute habe. Und dennoch blieb Vieles im Verborgenen. Die Autorin hat uns hier und dahin entführt, aber dabei nicht allzu viel verraten. Ich hätte mir noch mehr vom Weltenbau gewünscht, aber der erste Band mit knapp 350 Seiten war dafür einfach viel zu kurz.

Aus der Sicht von Alina bekommen wir also Einblicke in ihre Welt und ihre Gefühle. Sie kommt aus ärmlichen Verhältnissen, einem Ort der nicht hoch angesehen ist. Sie ist taff, lässt sich nicht unterkriegen und hat immer ein Ziel vor Augen. Trotzdem lässt sie sich verführen und verändern und das ist auch einer der Gründe, der mich beim Lesen verwirrt und gestört hat. Viele ihrer Handlungen waren zu spontan, zu undurchdacht, fast schon dümmlich. Das ist ein Grund, der mich oft an Jugendbüchern stört. Klar, so kann man dann eine Persönlichkeitsentwicklung einbauen, aber ein bisschen weniger Naivität, wäre mir willkommener gewesen. Sie hat eine Gabe, die ich wirklich mega interessant fand. Vor allem mochte ich die strenge und intensive Lehre durch Baghra. Sie soll sich von jetzt auf gleich als Grisha beweisen, und das unter dem ältesten und mächtigsten Mentor, der auch als der Dunkle bekannt ist.

Da kommen wir auch schon zu dem Dunklen (Darkling), den alle Welt liebt und auf den ich sowas von gespannt war. Ein allmächtiger Typ, vor dem sich jeder fürchtet, und dennoch auch irgendwie angezogen fühlt. Er zieht vor allem Frauen in seinen Bann, und die Männer respektieren ihn. Ich mochte es, wie mysteriös er dargestellt wurde und das wir einiges über seine Magie erfahren konnten, aber mir hat es hierbei ein wenig an Emotionen gefehlt. Vielleicht hätte es mir besser gefallen, wenn zusätzliche Gedanken aus seiner Sicht Teil des Buches gewesen wären. Weil so blieb er einfach nur der böse, dunkle, aber so richtig viel habe ich nicht erfahren. – Vielleicht kommt das noch in den Folgebändern. Und wer weiß, vielleicht wickelt er mich dann auch noch um den Finger. Ich würde mich freuen zu verstehen, woher der Hype kommt.

„Dies war die Wahrheit hinter seinem hübschen Gesicht. und seiner eindrucksvollen Macht, eine Wahrheit, ebenso tot und leer wie das Nichts zwischen den Sternen, eine von Ungeheuern bevölkerte Wüste.“

Mal bleibt erstmal recht undurchsichtig, wird dann aber im Laufe des Buches wieder Teil der Geschichte. Die Beziehung zu Alina scheint nicht nur reine Geschwisterliebe zu sein. Dass es hier zu einer Liebesgeschichte kommt, ist keine Überraschung, aber meiner Meinung nach hätte dieses Buch diese Lovestory nicht so vordergründig gebraucht. Ich mag Mal, er ist loyal, ehrlich und hat Humor. Er ist ein Frauenschwarm, zu Alina´s Leidwesen, dennoch ist sie die Einzige für ihn. Er liebt sie innig, aber vergisst dadurch auch sich selbst. Auch hier haben mir wieder Gefühle gefehlt. Was hat er durchgemacht, wie hat er sich dabei gefühlt, etc…? Das war mir zu schwammig und oberflächlich, aber auch hier kann ja noch was kommen.

Von den Nebencharaktere Baghra und Genya habe ich sehr gerne gelesen. Beide sind Diener und haben ihren festen Platz im Grisha-Klan. Beide auf ihre Weise liebenswert, und durchaus interessante Charaktere. ich bin gespannt, ob da noch mehr kommt, oder sich eventuell sogar noch das ein oder andere Blatt wendet.

Insgesamt fand ich das Buch gut für Zwischendurch, gerade weil es sich so schnell und super flüssig lesen lies. Da finde ich Bardugo´s Stil wirklich der Zielgruppe entsprechend. Der magische Anteil war genau richtig und nicht zuviel. Vor allem mochte ich die Boshaftigkeit und das weite Dunkle, was uns fortan blieb und was mich fortan durch das Buch trieb. Die Liebe dagegen war mir ein wenig zu gewollt. Das Buch hätte länger und intensiver sein sollen. Der Weltenbau hat Potential zu richtig guter High Fantasy, war mir dafür aber zu dürftig. Dieses Buch ist perfekt zum Schmökern und Eintauchen in ein nettes Romantasy-Abenteuer mit einer Schippe Luft nach oben. Ich freu mich schon auf den zweiten Band!

KATEGORIE

ZWISCHENDURCHTIPP
MEHR ÜBER MEIN BEWERTUNGSSYSTEM

BUCHDETAILS

Herausgeber: Knaur Verlag | Autor: Leigh Bardugo | ET: 01.10.2019 | Buchlänge: 352 Seiten | ISBN: 978-3426525661 | ERWERBEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld!

*

Ich stimme zu.