Strange the Dreamer: Der Junge, der träumte – Laini Taylor | Rezension

Strange the Dreamer: Der Junge, der träumte – Laini Taylor | Rezension

„Lazlo hatte keinen Besitz, nicht einen einzigen Gegenstand, aber von Anfang an fühlten sich die Legenden wie sein ganz persönlicher Goldschatz an.“ 

Laini Taylor

REZENSION

Ein Titel, dessen deutsche Veröffentlichung ich gerade noch so mitbekommen habe, war Strange the Dreamer. Das Buch habe ich schon als es im Original erschienen ist, ins Auge gefasst. Für mich war klar, dass ich diese Geschichte lesen muss, denn ich liebe Träume und Bücher, die davon handeln.

Lazlo ist ein Träumer. Er lebt in seiner Traumwelt und malt sich die schönsten, bunten und malerischsten Dinge aus. Trotz seiner harten Jugend und strengen Ausbildung, vergisst er nie zu träumen. Trotz dieser Grausamkeit, die ihm widerfahren ist, hat er immer noch diesen Funken Hoffnung. Seine Fantasie lebt er in der Buchwelt aus. Er ergründet schon immer einen sagenumwobenen Ort – Nämlich die Stadt Weep. Er beschäftigt sich als Bibliothekar, stets mit alten Mythen und Sagen und trägt seine Errungenschaften selbst zusammen. Lazlo´s gesammelte Werke umfassen mittlerweile einige Bände, doch seine geliebten Bücher und seine harte Arbeit sollen ihm eines Tages entrissen werden…

Lazlos ist sehr belesen und klug, und dennoch hat er sich höheren Mächten zu beugen. In der Nahrungskette steht er nicht gerade im Mittelfeld, also gehorcht er und gibt seine Bücher ab. Also macht sich Thyon, der über ihm steht, daran zu schaffen und nutzt diese für seinen eigenen Vorteil.
Lazlo oder auch der Traumtänzer ist ein Charakter, der ans Herz geht. Er hat es als Waisenkind niemals leicht gehabt und dennoch schöpft er aus allem etwas. Er ist ein Kämpfer und er hat trotz Ungewissheit immer ein Ziel vor Augen. Er ist wirklich ein Ausnahmecharakter, der im Kopf bleibt und den man einfach nur lieben muss. Da ist der Autorin wirklich was ganz besonderes gelungen. Diese Liebe, die sie hier zu Papier gebracht hat, ist unverkennbar. Ich war stets voller Emotionen und Hoffnung und irgendwie beruhigt, dass ich von ihm lesen durfte. Vor allem als er endlich seine Chance auf Weep bekam. Reisende für die Begehung der Stadt wurden gesucht und als Strange dann mit seiner Faszination, seinem Wissen und der selbst entschlüsselten Sprache herausrückt, darf er sich an der Seite der Krieger endlich in sein ganz persönliches Abenteuer stürzen.

„>>Ein Mann sollte Falten um die Augen haben, weil er auf den Horizont gestarrt hat<<, so hatte der Alte zu ihm gesagt,>> nicht vom Lesen bei dämmrigem Licht.<<„

Nach einer ganzen Menge an Seiten, lernen wir aber auch noch andere Charaktere kennen. Und zwar eine Truppe an außergewöhnlichen Menschen, die in Weep leben. Sie alle haben ungewöhnliche Kräfte, welche mich auf Anhieb an den Film Fantastic Four haben denken lassen. Hier hätten wir unter anderem ein Inferno, einen Wolkendieb, eine Orchideenfee, ein böses Mädchen und die Muse der Alpträume.

Sarai hat eine ganz besondere Gabe, aber sie weiß nicht so recht mit ihr umzugehen. Sie ist eine Träumerin, aber gequält von Alpträumen, weswegen sie sich über die Nacht mit einem speziell für sie angerührten Trunk benebeln lässt. Sie fürchtet sich so sehr vor diesen Träumen, weswegen sie Abhilfe schafft. Sie ist voller Energie, ein Teil von ihr sind die Motten. Durch diese Augen kann sie schauen und die Welt ausspionieren. Diese Gabe kommt also doch ganz gelegen, als sich unangekündigte Menschen immer weiter annähern.

„Und mit den Motten flog auch ihr Bewusstsein davon, in hundert Stücke gerissen und in die Welt hinausgeschleudert.“

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit Sarai noch nicht ganz warm geworden bin, da mir hier ein wenig an Tiefe gefehlt hat. Ihre Taten waren zwar nachvollziehbar, aber sie blieb zu undurchsichtig. Vielleicht auch gewollt, um uns auf die Folter zu spannen. Dagegen hat mir das kleine Mädchen, welches Geister quält und als Diener festhält besonders gut gefallen. Ihre Boshaftigkeit und ihre Spielereien konnten mich vollends überzeugen. Im Grunde tut sie diese Dinge nur zum Schutz ihrer fantastischen Familie, aber überrascht uns mit ihren Geheimnissen auch ganz schön. Die anderen Gaben fand ich auch wirklich interessant, nur kamen in diesem Teil noch nicht alle gänzlich zur Geltung, weswegen ich mit meinem Urteil noch ein wenig abwarten möchte.

Ich liebe liebe liebe den besondern Stil von Laini Taylor. Es ist total einnehmend, irgendwie märchenhaft und hat etwas poetisches. Es sind stellenweise tolle Textstellen, die ich mir abfotografiert habe, weil sie zu schön sind, um sie zu vergessen und ich liebe es, wie die Autorin ihre Charaktere zeichnet. Mit Lazlo hat sie wie bereits erwähnt etwas ganz besonderes geschaffen. Jemand, den ich nicht mehr in meiner Buchwelt missen möchte. Einzig eine Sache macht mich rasend, und zwar, dass der Verlag einfach den ersten Band in zwei Teile gesplittet hat, denn wir bekommen mit diesem Buch nur eine Aufwärmphase, ein kurzes Kennenlernen, aber keine ganze Geschichte. Ich kann nur hoffen, dass wir bald Dezember haben, denn ich möchte wissen wie dieses Buch ausgeht.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: One Verlag | Autor: Laini Taylor | ET: 30.09.2019 | Buchlänge: 352 Seiten | ISBN: 978-3846600856 | ERWERBEN

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