Mirage: Die Schattenprinzessin – Somaiya Daud | Rezension

Mirage: Die Schattenprinzessin – Somaiya Daud | Rezension

„Ich bitte dich, komm geschwind wie der Wind,
Beug dich über meinen Busen, sinke in mich ein und pflüge mich.
Und was dir auch geschieht, solange wir eins sind,
Lass mich nicht los, ehe dreimal erröte ich.“ 

Somaiya Daud

REZENSION

Mirage bedeutet Fata Morgana, also etwas wie ein Trugbild. Wenn man sich das Cover ansieht, findet man ein Bild, dass uns auch als Mandala bekannt ist. Bilder, die Luftspiegelungen darstellen. Und genau diese Illusion hat dieses wunderschöne Buch leider vermittelt.

Hinter diesem Traum von Cover verbirgt sich also eine Illusion. Man könnte meinen ein orientalisches Märchen trifft auf eine galaktische Welt. An sich ein interessante Idee, auch wenn ich mich die ganze Zeit ein wenig auf den Arm genommen gefühlt habe. Denn diese Welt wurde rein garnicht erklärt. Es wurden hier und da ein paar Bruchstücke hingeworfen, aber warum diese Welt entstanden ist, wird einfach völlig außen vor gelassen. Wir haben ein ständigen Ortswechsel, und auch hier nur lieblose, einfache Beschreibungen, jedoch keine vollständigen Erklärungen. Das hat mich wirklich ein wenig rasend gemacht. Wenn man mir ein Rätsel aufgibt, dann hoffe ich zumindest auf Aufklärung, aber Fehlanzeige.

Dann lasst uns mal zu den Charakteren kommen. Amani, die aus ihrem Leben gerissen und entführt wird, um an Stelle ihrer Doppelgängerin Prinzessin Maram eingesetzt zu werden. Die Prinzessin nutzt Amani als Schutzschild und bildet sie aus. Sie soll gehen, sprechen und das Auftreten von Maram gänzlich übernehmen. Was mir hier wirklich als einzigen Punkt gut gefallen hat, war das hier nicht an Brutalität gespart wurde. Als Amani dann aber bestens ausgebildet und endlich ihrem Publikum vorgeführt wurde, sowie die Anerkennung der Prinzessin bekommt, darf sie von jetzt auf gleich mit dem zukünftigen Ehemann von Maram mehrere Wochen alleine verbringen. Das es hier zu einer Liebesgeschichte kommt, ist offensichtlich, aber wie diese Liebe entstand, ist absolut fragwürdig. Aus dem Nichts haben sich Idris und Amani ineinander verliebt, sich verschworen und Ende gut, alles gut. Also wirklich kein Feingefühl und vor allem keine Grundlage. Ich kann mir absolut nicht erklären, wie es es überhaupt zu dieser Anzüglichkeit kam (siehe obiges Zitat).

Was sich auch ein wenig im Sande verlaufen hat, ist die Bindung zu Amani´s Familie. Anfänglich lernen wir sie kennen und erfahren von ihrem Umfeld, aber während der Liebesgeschichte ist das alles nicht mehr wichtig. Auch der Hinweis der Feder und dem Vogel wurden nur als Anspielung in den Raum geworfen, aber auch hier fehlte es wieder an Feingefühl und Erklärung. Ihr merkt schon, warm bin ich nicht mit dem Buch geworden und hätte ich es nicht im Buddyread gelesen, hätte ich es auch definitiv vorzeitig abgebrochen. Ich bin immer wieder erstaunt, was so ein gemeinschaftliches Lesen ausmachen kann. Im übrigen habe ich ausschließlich negatives Feedback zu dem Buch bekommen, als ich mein Leseupdates auf Instagram geteilt habe, was ja schon für sich spricht, aber ich bin verwundert das dieses Buch doch auch einiges an positiver Kritik auf Amazon und Co bekommt. Vielleicht mag dieses Buch etwas für jüngere Leser sein, die vieles nicht so streng hinterfragen und einfach hinnehmen, aber wenn ihr „einfach gestricktes“ nicht mögt, dann muss ich euch hiervon ganz klar abraten.

Für mich ein Fehlgriff, und obwohl ich gehört habe das eine Fortsetzung erscheint, werde ich diese nicht mehr lesen, ganz egal, ob hier noch offene Fragen sind. Dazu bin ich einfach zu enttäuscht von allem.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Heyne Verlag | Autor: Somaiya Daud | ET: 08.04.2019 | Buchlänge: 368 Seiten | ISBN: 978-3453271302 | ERWERBEN

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