Der Bücherdrache – Walter Moers | Rezension

Der Bücherdrache – Walter Moers | Rezension

„Durchormt?
Genau. Oberklug. Superinspiriert. Über die Maßen kreativ aufgeladen. Von allen Musen geküsst. Der Drache solle druckreif gesprochen haben. Auf Zuruf sogar in Reimen von jedem beliebigen Versmaß. Man glaubte, dass er auf alle – wirklich alle! – Fragen eine Antwort hatte. Erschöpfend, endgültig und so makellos formuliert, dass man seine Antworten gleich in Stein meißeln konnte. Ohne Lektorat.“ 

Walter Moers

REZENSION

Zamonien. Ach, Zamonien. Was habe ich dich vermisst! Wenn ihr auch zu den ewig Wartenden gehört, dann wird es euch wie mir ergangen sein. Ein neues Buch, dass von Hildegunst und den Buchlingen erzählt.
Wir werden in einen Traum gerissen, nieder entführt, bis in tiefsten Katakomben und erwachen bei einem Bücherdrachen. Oder schlafen wir noch? Ist das nur geträumt? Oder ist das wirklich passiert. Gefallen sind wir jedenfalls durch wunderschöne Illustrationen (die der Autor komplett selbst erschaffen hat – Wow!), im Comic-Format und erst dann ging es mit dem Kontext so richtig los.

Der kleine Buchling erzählt von seiner Mutprobe und der großen Legende: Dem Bücherdrachen. Nathaviel. Elivathan. Thanaviel. Oder auch einfach dem Bücherdrachen …wie bereits erwähnt. Jedenfalls badet der Drache nicht nur in Büchern, nein, er liebt sie so sehr, dass er eins mit ihnen geworden ist, oder auch musste, wegen des Platzmangels versteht sich. Er soll grausam und böse sein. Also wird Hildegunst mit einer Wegbeschreibung der Klassiker (eine Gruppe älterer Buchlinge) auf den Weg geschickt und schwupp befindet sich der kleine Buchling in den Klauen des Bücherdrachen…

Die Buchlinge sind immer wieder für einen Schabernack gut und bringen jede Menge Humor in die Geschichte. Unabhängig das es einfach so unfassbar süße Knutschkugeln sind, aber lasst das die kleinen Dichter und Denker bloß nicht wissen. Und der Drache ist auch so eine Kreatur für sich, er badet nicht nur gerne in Büchern, nein, auch in seiner eigenen Tragik. Er ist urkomisch, mordlustig, aber trotz seiner Merkwürdigkeit auch irgendwie liebenswert. Auch wenn ich das eigentlich nicht gerne ausspreche, da ich nicht zwischen seinen kläffenden Zähnen hängen möchte, so freue ich mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.

Moers ist ein Ausnahmetalent und schafft es doch immer wieder mich mit seiner Wortfindungskunst zu überraschen und zu begeistern. All die Fantasie seiner Feder entsprungen, machen seine Werke jedes mal zu etwas ganz besonderem. Etwas, das kein anderer kann. Etwas Zamonischem. Mit jedem neuen Buch gibt er ein klein wenig mehr Preis, aber nie zu viel, denn ich bin mir sicher da wird auch in Zukunft noch einiges kommen. Auch wenn er sich Zeit lässt, auch für gewisse voranschreitende Projekte auf die ich schon lange warte, aber das wird sich mit Sicherheit lohnen. Denn der Moers enttäuscht nicht, er überrascht uns. Und zwar mit wundervollen Geschichten, die uns fordern, und unterhalten und einfach nur große Klasse sind! Ein Künstler durch und durch!

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Penguin Verlag | Autor: Walter Moers | ET: 25.03.2019 | Buchlänge: 192 Seiten | ISBN: 978-3328600640 | ERWERBEN

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