Der Sonne nach – Gabriele Clima | Rezension

Der Sonne nach – Gabriele Clima | Rezension

„Spür die Erde, nimm ihren Geruch war, spür das Gras in deinen gespreizten Fingern und die warme, volle Berührung, gelb wie die Sonne.“ 

Gabriele Clima

REZENSION

Ziemlich beste Freunde für Jugendliche“: Genau diese Anspielung hat mich extrem neugierig gestimmt und letzendlich zu dem Buch Der Sonne nach gebracht. Ich bin mir sicher ihr alle kennt den gleichnamigen Film, der emotional, tiefgründig, herzergreifend, aber auch lustig war. Wenn nicht, dann habt ihr definitiv etwas verpasst und solltet das schleunigst nachholen.

Nun aber zum Buch, dass sich wie im Film auch um zwei männliche Charaktere handelt, bloß eine jüngere Version davon. Zum einen Dario, der nicht wirklich seinen Platz im Leben gefunden hat, mit Auffälligkeiten und Ärger in der Schule zu kämpfen hat und einer tragischen Vergangenheit, die er noch nicht aufarbeiten konnte. Lieber dröhnt er sich zu und lässt sich nichts von Erwachsenen sagen. Das klingt jetzt erstmal nach dem typischen Klischee, aber Dario hat auch eine gute und vor allem ehrliche Seite und genau diese wird uns näher gebracht, als er auf den eingeschränkten Andy trifft.

Andy sitzt im Rollstuhl, ist in sich gekehrt und fühlt sich nicht verstanden. Er hat nicht die Möglichkeit sich so zu äußern, wie es ihm gerade in den Kopf kommt. Er hat bislang nur eine Frau gekannt, die ihn wie einen richtigen Menschen behandelt hat, aber die ist nicht mehr an seiner Seite und so muss er mit anderen Betreuern kämpfen. Mit Dario ändert sich das aber, denn er versteht ihn, behandelt ihn nicht so als wäre er aus Zucker, gibt ihm Konter und bringt jede Menge frischen Wind in sein behütetes Leben.

Und genau diese Story ist dem bekannten Film sehr ähnlich, aber die Vorgeschichten der Charaktere differenzieren sich dann doch nochmal, natürlich auch wegen dem Altersunterschied. Gerade der Zusammenhalt der beiden Jugendlichen hat mir so gut gefallen. Nicht nur Dario hatte ein Auge auf Andy, nein, andersrum war es genauso. So konnten sich beide, mehr oder weniger, alles von der Seele sprechen / denken und auf ihrem spontanen Roadtrip, rückt neben all dem verrückten Geschehenen, vor allem die Vergangenheit der beiden in den Vordergrund. Beide scheinen erwachsender zu sein, als sie vorgeben und sie sind bereit sich dem wahren Leben zu stellen.

Ganz besonders mochte ich, dass der Fokus nicht nur auf einem der beiden Jungen lag, sondern das zwei Geschichten zu gleichen Teilen miteinander verbunden worden sind. Das Buch regt an und zeigt auf was für Fortschritte möglich sind, wenn man an sich selbst glaubt, eisernen Willen mit sich trägt und auf der Sonnenseite des Lebens stehen möchte. Das Buch ist pädagogisch wertvoll für jung und alt um den Umgang mit Betroffenen ein wenig besser nachvollziehen zu können und dabei ist es jugendlich, erfrischend und keinesfalls aufdringlich oder belehrend.

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BUCHDETAILS

Herausgeber: Hanser Literaturverlag | Autor: Gabriele Clima | ET: 11.03.19 | Buchlänge: 160 Seiten | ISBN: 978-3446262607 | ERWERBEN

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