Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren – Ali Benjamin | Rezension

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren – Ali Benjamin | Rezension

„Nichtsprechen ist nicht gleichbedeutend mit Nichtredenwollen, wie die meisten Leute meinen. Nichtsprechen ist der Entschluss, die Welt nicht mit Wörtern zu füllen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.“

Ali Benjamin

BUCHDETAILS

Herausgeber: Hanser Literaturverlage | Autor: Ali Benjamin | Originaltitel: The Thing about Jellyfish | Übersetzung: Petra Koob-Pawis | Erscheinungstag: 23.07.18 | Buchlänge: 240 Seiten | ISBN: 978-3446260498 | Preis: Hardcover 17,00€ | ERWERBEN

REZENSION

Dinge hinterfragen. Darin bin auch ich sehr gut, weswegen mich der Titel „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ wohl so sehr angesprochen hat. Es gibt Dinge, die sind einfach so wie sie sind und das ist wiederum schwer zu verstehen. Egal wie sehr man sich damit beschäftigt, sollte man doch irgendwann in der Lage sein, diese ganz einfach zu akzeptieren, oder nicht?

Suzy ist gerade mal 12 Jahre alt und musste einen schweren Verlust erleiden. Ihre ehemalig beste Freundin Franny ist ertrunken und dass obwohl sie eine gute Schimmerin ist. Wie kann es also sein das sie gestorben ist? Nach einem Aquarium-Besuch mit der ganzen Klasse, findet Suzy Antworten bei den Quallen, denn sie glaubt das Franny mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von einer Qualle gestochen sein muss. Von nun an beschäftigt sich Suzy also mit Quallen und nutzt jegliche Freizeit um sich mit dem Thema intensiv zu befassen. Diese Abschnitte werden wissenschaftlich, aber auch interessant dargestellt. Das Buch lehrt einem Dinge, die man wahrscheinlich nicht unbedingt einfach so aufschnappt, es sei den man studiert in dem Bereich oder ist leidenschaftlich bei der Sache dabei. Für mich waren ganz viele neue und spannende Aspekte darunter und man merkt, dass die Autorin sich gerne damit befasst hat. Im Nachwort ist dazu auch eine sympathische Anmerkung zu finden.

In dieser Geschichte geht es vorrangig um Suzy, aber auch um ihr Sozialverhalten während der Trauerbewältigung. Sie verschließt sich, spricht nicht mehr, wird unnahbar und grenzt sich von anderen ab. Genauso wird sie von ihrer Klasse als Außenseiterin wahrgenommen, aber auch das hat eine Vorgeschichte, denn Franny und Suzy waren einst beste Freundinnen gewesen, doch diese wurde von Franny vor ihrem Tod ziemlich abrupt aufgekündigt. Franny war es satt zu den Außenseitern zu gehören, sie hat sich Anerkennung gewünscht und diese nur bei anderen beliebten Mitschülern gefunden. Wir lesen hier immer wieder von Rückblenden dieser wunderbaren Freundschaft, die zerbrach und eine einsame Suzy, die zurück gelassen wurde.

Für Suzy gilt es also einen harten Weg zu beschreiten. Akzeptanz, Dinge hinnehmen und verstehen, sowie darin Trost zu finden, werden hier auf eine sehr einfühlsame Weise erklärt / besprochen. Die Charakterzeichnung von Suzy ist wahrlich geglückt. Sie wirkt recht erwachsend für ihr junges Alter, und doch muss sie noch eine große Entwicklung durch machen, die sehr authentisch geschrieben wurde. Dieses Buch ist gefühlsecht und etwas für die ganze Familie. Ganz egal, ob jung oder alt, ein Jeder wird hier mit einer schönen Botschaft beschenkt. Sehr anregend und vor allem nachhallend.

KATEGORIE

LESESCHMÖKER
MEHR ÜBER MEIN BEWERTUNGSSYSTEM


TRANSPARENZ
Mein Dank gilt dem Hanser Literaturverlag, welcher mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt ehrlich und unverfälscht.

2 Kommentare

  1. 12. April 2019 / 10:47

    Liebe Stella, das ist eine richtig schöne Rezension geworden. Danke für diesen Lesetipp.

    • Stella
      Autor
      13. April 2019 / 13:46

      Liebe Elizzy,

      das freut mich sehr zu hören. Das Buch ist sehr tiefgründig, was mir besonders gefallen hat.

      Liebste Grüße, Stella

Schreibe einen Kommentar zu Stella Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld!

*

Ich stimme zu.