Bus 57 – Dashka Slater | Rezension

Bus 57 – Dashka Slater | Rezension

„Bestimmt ist es noch nicht zu spät, die Dinge aufzuhalten. Es muss doch irgendeinen Weg geben, Sasha zu wecken. Richard abzulenken. Den Fahrer dazu bringen, den Bus anzuhalten.“

Dashka Slater

BUCHDETAILS

Herausgeber: Loewe Verlag | Autor: Daska Slater | Originaltitel: The 57 Bus | Übersetzung: Ann Lecker | Erscheinungstag: 11.03.19 |Buchlänge: 400 Seiten | ISBN: 978-3743203631 | Preis: Hardcover 18,95€  | ERWERBEN

REZENSION

Zwei junge Menschen. Eine Straftat. Zwei Schicksale. Eine Tragödie. Genauso würde ich Bus 57 mit wenigen Worten beschreiben. Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und genau deswegen bekam ich bereits beim Lesen des Klappentextes Gänsehaut. Richard zündet den Rock von Sasha auf einer Busfahrt an, während er schläft…

Mit der eigentlichen Tat werden wir also sofort konfrontiert und mir hat es auf den ersten Seiten bereits geschaudert. Jede Mengen Fragen überkamen mich, und diese galt es im Laufe des Buches zu klären. In mehreren Abschnitten werden die Lebensgeschichten aus der Sicht von Sasha, sowie von Richard erzählt, bis ihre Schicksale letztlich aufeinander treffen. Auch die Strafverfolgung ist ein großer Teil des Ganzen. Die Autorin hat eine Menge recherchiert, weswegen hier auch ganz viel Aufklärung im rechtlichen Bereich dargelegt wird. Aber es wurde keinesfalls zu bürokratisch, sondern blieb durchaus spannend, da man unter anderem mit ein paar Gesetzeslagen vertraut gemacht wurde und somit die Handlung verständlicher wird.

Sasha ist als Junge geboren, fühlt sich aber genderneutral, so wird es im Buch beschrieben. Problematiken in dem Bereich wurden hier teils vertieft, um solchen Menschen mehr Verständnis entgegen zu bringen, was ich gut finde. Allerdings konnte ich mich mit den erfundenen „Pronomen“ (sier, sieren etc..) nicht anfreunden. Es hat mich in meinem Lesefluss extrem gestört. Sasha ist eine aufgeweckte, kluge Persönlichkeit, die man schnell ins Herz schließt. Auch die Stärke und Willenskraft dieses Kindes waren bemerkenswert, aber mir fiel es unheimlich schwer mich mit dem Charakter zu identifizieren. Viele werden Richard, wegen seiner grausigen Tat verabscheuen. Oder man tut es als dumme Tat eines naiven Jungen ab. Es ist eine Tat, die nicht einfach wieder zurück genommen werden kann und just in dem Moment als er sie getan hat, war mir schon klar, wie sehr es bereuen würde. Es ist wirklich ein Trauerspiel, und dennoch konnte ich enorm mit ihm mitfühlen. Seine Schuldgefühle und Entschuldigen waren echt. Trotz das er Täter ist, und ich hin und her gerissen war, habe ich ihm letztendlich nur das Beste gewünscht.

Das Buch ist hochgradig emotional, so dass die immer wiederkehrenden sachlichen Aspekte ganz clever eingefügt wurden, um die ganzen Emotionen nicht allzu hoch kochen zu lassen. Ganz besonders mochte ich das Verständnis beider Familien, gerade weil das nicht der übliche Fall ist. Somit ist das Buch für einige Überraschungen offen und sorgt gleichzeitig für Aufklärung. Bus 57 ist definitiv anregend und wichtig für heranwachsende Menschen, die Fehler begehen, aber eigentlich doch alle das Richtige tun wollen. Es geht um das Miteinander, Verständnis und Dinge zu hinterfragen, bevor man sie tut. Es beinhaltet wichtige Thematiken und es ist durch die wahre Begebenheit auch noch gefühlsecht. Lesenswert!

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Mein Dank gilt dem Loewe Verlag, welcher mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt ehrlich und unverfälscht.

6 Kommentare

  1. 4. April 2019 / 7:26

    Guten Morgen!

    Ich habe schon bei Jill über das Buch gelesen und bin auch nach deiner Rezension immer noch ein wenig neugierig. Aber ganz sicher, ob ich das Buch kaufen sollte, bin ich dann doch noch nicht.
    Auf jeden Fall ist deine Rezension echt toll und macht einen definitiv neugieriger. Ich bin mir sicher, dass es manchmal gar nicht so einfach war, die Geschichte zu lesen.

    Liebste Grüße
    Wiebi

    • Stella
      Autor
      10. April 2019 / 10:14

      Hallo liebe Wiebi,

      freut mich, dass dir meine Rezension gefallen hat. Vielleicht liest du ja mal einfach etwas von der Leseprobe. Das Buch ist wirklich schnell weg gelesen und auch lesenswert. Bin gespannt, ob ich es bei dir sehen werde.

      Liebste Grüße, Stella

  2. 11. April 2019 / 10:19

    Liebe Stella,

    von dem Buch habe ich so noch gar nichts mitbekommen, aber es klingt wirklich sehr spannend. Alleine schon die Tatsache, dass es auf einer wahren Begebenheit beruht, finde ich unglaublich interessant. Sowas lese (und gucke) ich auch immer gerne.

    Dass du mit den erfundenen Pronomen ein Problem hattest, wundert mich nicht. Ich schätze, so würde es mir auch gehen und mich immer wieder aus dem Lesefluss herausholen.

    Dennoch klingt es ja nach einer sehr gelungenen Geschichte, die ich mir mal merken werde. Danke also für den Tipp und die schöne Rezension.

    Alles Liebe
    Janika

    • Stella
      Autor
      13. April 2019 / 13:51

      Liebe Janika,

      echt nicht? Ich fand ja schon, dass das Buch zumindest kurzweilig auf Instagram doch sehr präsent war hihi. Mir geht es genauso, ich mag wahre Geschichten sehr gerne und finde die Umsetzung und Recherche-Arbeit der Autorin wirklich bemerkenswert.
      Das mit den Pronomen war wirklich nicht ganz easy für mich, aber dennoch ist die Story gefühlsecht und ich kann sie dir durchaus weiterempfehlen : )

      Liebste Grüße, Stella

  3. 16. April 2019 / 16:16

    Liebe Stella,

    das Buch klingt wirklich sehr interessant und deine Rezension macht mich gleich noch neugieriger.
    Das schaue ich mir bei Gelegenheit bestimmt mal genauer an =)

    Liebe Grüße

    • Stella
      Autor
      29. Juli 2019 / 8:27

      Ja, mach das mal : )
      Bin gespannt, wie es dir gefällt

      Liebste Grüße, Stella

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