Die Tornadojäger – Ross Montgomery | Rezension

Die Tornadojäger – Ross Montgomery | Rezension

„Es war schon aufregend, es nur zu sagen. Sofort schlug mein Herz höher. Mein ganzes Leben lang hatte ich wie meine Großeltern sein wollen – der Gefahr ins Gesicht lachen und ein Leben ohne Angst führen. Und hier war ich nun, schmiedete Pläne, die Sturmgesetze zu brechen, den Bären ein Schnippchen zu schlagen, einen Tornado zu jagen und…“

Ross Montgomery

BUCHDETAILS

Herausgeber: Hanser Literaturverlage | Autor: Ross Montgomery | Originaltitel: The Tornado Chasers | Übersetzung: André Mumot | Erscheinungstag: 20.08.18 | Buchlänge: 288 Seiten | ISBN: 978-3446258723 | Preis: Hardcover 15,00€ | ERWERBEN

REZENSION

Gibt es Dinge, die ihr schon als Kind gefürchtet habt? Bei waren es unter anderem Tornados, was zuletzt dem Film Twister, aber auch den Nachrichten geschuldet ist. Wir haben zwar in keinem gefährdeten Gebiet gewohnt, dennoch hatte ich immer diesen einen wiederkehrenden Traum, wo ein Tornado auf das damalige Haus meiner Eltern zugerast kam und ich dann vor Angst aus meinem Traum hochgeschreckt bin. Ich bin dann immer zum Fenster gegangen, um mich zu vergewissern das da doch nichts ist. Wirbelstürme haben etwas faszinierendes, genauso wie etwas angsteinflößendes und genau wegen dieser Vorgeschichte, hat es mich bei dem Titel so in den Fingern gejuckt.

Die Geschichte beginnt so, als würde ein Großvater seinem Enkel oder seiner Enkelin eine persönliche Geschichte aus der Vergangenheit erzählen, zumindest habe ich es so empfunden. In Wirklichkeit jedoch, beginnt sie mit einem Brief an einen Aufseher, der direkt neugierig stimmt. Owen schreibt darin von Flucht, Gefängnis und seiner erlebten Geschichte, die erst komplett verständlich wird, wenn das Puzzle anhand der Briefe am Ende des Buches zusammengesetzt wird. Die Idee gefiel mir besonders, da man hier insgeheim aufgefordert wird, interaktiv mitzurätseln.

Owen, der seit seinem Kletterunfall einen Helm zum Schutz tragen muss, möchte gemeinsam mit seinen Freunden einem Tornado wortwörtlich ins Auge sehen. Beeindruckt von der Geschichte seiner Großeltern, welche sich „Die Himmelsgang“ genannt haben, steckt er seine Mitschüler mit einem Referat in der Schule an, einem echten Tornado nachzujagen. Wie gut, dass in der Kleinstadt Barrow gerade Tornado-Alarm angesagt ist. Gemeinsam bereiten sich die 5 Schüler so gut sie können vor. Sie bauen Fahrräder um, nutzten Tarncapes um nicht erkannt zu werden und stürmen in die Nacht hinaus, mit dem Ziel einen Tornado abzufangen. Während ihres Ausfluges, den sie ohne Erlaubnis ihrer Eltern machen, geht es drunter und drüber. Es passieren unvorhergesehene Dinge und es wird nass, schmutzig und vor allem chaotisch. Die besorgten Eltern haben bereits die Polizei informiert, weswegen die Kids auch schon gesucht werden, aber das hält sie nicht von ihrem Plan ab.

Wenn man jemanden ins Herz schließen muss, dann sind es diese kleinen bekloppten Kinder, die einfach mal Ausreiß aus ihrem Elternhaus machen möchten. Die Eltern leben in großer Sorge, weswegen sie sich für den Ort Barrow entschieden haben. – Den sichersten Ort weit und breit, so heißt es. Doch wie kann es dann sein, dass gerade dort ein Tornado-Alarm ausbricht? In diesem Buch wird vor allem vorgeführt, wie unsicher und vorsichtig doch Eltern sein können und wie einengend das für ihre Kinder sein muss. Diese ständige Sorge, die die Kinder sowieso nicht verstehen können, denn sie leben ihren jugendlichen Leichtsinn einfach aus, und wenn dann mal so etwas wie Fehler passieren, dann lernen sie eben daraus. Ein Jeder wird eine solche Situation sicher aus dem eigenen Elternhaus kennen.

Neben dem „Tornado jagen“, ist dieses Buch tiefgründiger als erwartet. Es zeigt die Beziehung zwischen Eltern und Kind auf, Zusammenhalt und echte Freundschaft zwischen den Mitschülern, sowie Angstbewältigung bis über Fragen zum Sinn des Lebens. Trotz ernster Thematik ist dieses Werk voller Witz, Humor und Spannung. Die Kids treiben es bis auf den Wahnsinn und ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert. Anders als in anderen Kinderbüchern, erwartet uns hier sogar eine überraschende Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Der Überraschungsmoment ist nachhallend, anregend und lässt jede Menge Freiraum für eigene Interpretationen. Ein tolles actionreiches Abenteuer, dass ich noch lange in Erinnerung behalten werde.

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TRANSPARENZ
Mein Dank gilt dem Hanser Literaturverlag, welcher mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt ehrlich und unverfälscht.

4 Kommentare

  1. 27. März 2019 / 16:31

    Liebe Stella,
    hach, das Buch klingt nach einem, das ich in jüngeren Jahren absolut verschlungen hätte. Vielleicht auch heute noch, das kann ich irgendwie etwas schlecht einschätzen. Aber die Idee finde ich klasse. Ich habe auch noch nie von so einer Geschichte gehört 🙂
    Ich konnte deinen ersten Absatz übrigens voll und ganz nachvollziehen. Ich hatte früher auch große Angst vor Naturkatastrophen, auch wenn bei uns nie etwas passiert ist – bis heute nicht. Gleichzeitig sind große Stürme aber auch unglaublich faszinierend und ich habe früher regelmäßig Dokumentationen über Stürme gesuchtet! 😀
    Alles Liebe
    Janika

    • Stella
      Autor
      10. April 2019 / 10:03

      Hey liebe Janika,

      ja das kann ich gut verstehen, aber ich denke man kann auch in unserem Alter noch etwas aus Kinderbüchern mitnehmen. Es war auf jeden Fall ein tolles Leseerlebnis.
      Danke haha, ja ich war schon ein kleiner Schisser, und bin es wahrscheinlich immer noch. Zum Glück leben wir an einem recht sicheren Ort : ) Solche Dokus liebe ich auch.

      Liebste Grüße, Stella

  2. 28. März 2019 / 13:09

    Liebste Stella eine wundervolle Rezension! Ich mag ja Geschichten, die noch lange einen Eindruck hinterlassen sehr! Danke fürs teilen dieses Buches 😀

    • Stella
      Autor
      10. April 2019 / 10:04

      Liebe Elizzy,

      das freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Das Buch lohnt sich. : )

      Liebste Grüße, Stella

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