Amy und die geheime Bibliothek – Alan Gratz | Rezension

Amy und die geheime Bibliothek – Alan Gratz | Rezension

„Es bedeutet, wir müssen sie Bücher lesen lassen, die sie herausfordern oder ihnen einfach nur Freude bereiten. Und ja, es bedeutet auch, dass wir sie Bücher lesen lassen müssen, in denen Dinge stehen, über die wir anderer Meinung sind.“

Alan Gratz

BUCHDETAILS

Herausgeber: Hanser Literaturverlag | Autor: Alan Gratz | Originaltitel: Ban this Book | Übersetzung: Meritxell Janina Piel | Erscheinungstag: 18.02.2019 | Buchlänge: 248 Seiten | ISBN: 978-3446262119 | Preis: Hardcover 15,00€  | ERWERBEN

REZENSION

Normalerweise hätte ich dieses Buch wohl nicht lesen können, denn es wäre sicherlich vom Schulausschusses verbannt worden. Somit hätte ich niemals diese tolle Geschichte für mich entdeckt und könnte euch nicht davon berichten. Ein Glück, gibt es da eine kleine Buchretterin, die ich euch unbedingt vorstellen möchte.

Amy ist vernarrt in Bücher und geht tagtäglich in die Bibliothek, um sich neue Bücher auszuleihen, aber auch um dort in Ruhe zu lesen, denn sie kommt aus einer chaotischen, lauten Familie, teilt sich ein Zimmer, mit einer ihrer jüngeren Schwestern und findet keinen Platz um sich selbst zu verwirklichen. In der Bibliothek ist es leise, nur wenige Schüler treiben sich herum und natürlich ist da noch die liebenswürdige Bibliothekarin Mrs Jones. Leider erfährt Amy von ihr, dass ihr Lieblingsbuch aus der Schulbücherei verbannt worden ist, da es nicht mehr den Anforderungen des Schulausschusses gerecht wird. Dieses Buch wird neben weiteren tollen Büchern entfernt, da sie einen schlechten Einfluss auf die jungen Kinder haben sollen. – Begriffe wie Unmoralisch, Böswillig und Respektlos werden in den Raum geworfen. Doch Amy weiß es besser, da sie einige der Bücher bereits gelesen hat und weil sie der Meinung ist das alle Kinder das Recht haben selber zu entscheiden, wie sie die Informationen aufnehmen. Bücher sind nicht nur schwarz oder weiß. Und Genau deswegen eröffnet Amy eine kleine geheime Bibliothek namens G.S.B.

Keiner mag es, wenn jemand einem vorschreibt, was er zu lesen hat oder was nicht. Ein Mensch muss sich selbst seine Meinung bilden können, egal ob jung oder alt, und nur weil ein Protagonist etwas stiehlt, heißt es nicht das es den Leser sofort beeinflusst und dieser demnach auch kriminell wird. Gerade solche Geschichten wollen doch vielmehr das Richtige vermitteln und den Leser herausfordern zwischen gut und schlecht zu entscheiden. Außerdem kann man wirklich an jeder Geschichte etwas aussetzten, wenn man nur nach einem Fehler sucht. Kinder sind die ehrlichsten Menschen und wenn sie einen Fehler machen, dann bereuen sie es meist ganz schnell und lernen wiederum aus ihren Fehlern. Wir selbst waren mal Kinder und sollten dementsprechend handeln. Außerdem ist es fragwürdig sich gegen Bücher zu stellen, die Jugendliche fordern können oder eben einen Ort bieten, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, wo gegen zum Beispiel die Bildvorlage und Moral in Filmen doch so viel schlimmer ist. Gerade hier sollten sich zig Leute beschweren, vor allem über den Sexismus, die Gewalt und den NICHT vorhandenen Jugendschutz (FSK wird auch immer niedriger angesetzt und die Menschen sollen verdummen!). Aber ich schweife aus, denn lasst uns bei dem Buch bleiben.

Amy ist anfangs eher einem Mäuschen gleich. – Still, leise, und sie verneint nichts, sagt ihre Meinung nicht und nimmt Dinge hin, die sie nicht hinnehmen möchte. Sie lebt mehr in ihrer Gedankenwelt, als ihre Worte zur Sprache zu bringen. Mit der G.S.B. macht Amy eine große Entwicklung durch, sie kommt endlich aus sich heraus und lutscht nicht mehr an ihren Zöpfen. Amy, ihre beste Freundin Rebecca und ihr Mitschüler Danny werden gemeinsam Vorsitzende des geheimen Clubs. Zusammen schaffen sie es immer mehr Bücher anzusammeln und von nun an dürfen sich alle Schüler die Bücher ausleihen und die tollen Geschichten verschlingen. Amy muss sich darüber Gedanken machen, dass beste Ausleihverfahren zu entwickeln, während Rebecca sich um das rechtliche kümmert (sie liebt Politik) und Danny (er liebt sein Haar) versucht noch mehr Bücher aufzutreiben. Jeder bekommt also seine Rolle und wird in dem Moment ganz schön gefordert.

Dieses Buch wird bunt, laut und chaotisch und es ist für jeden Bücherwurm etwas und zwar verpackt in einer wunderschönen Kindergeschichte. Es geht darum Größe zu zeigen, aus sich selbst heraus zu kommen, auch mal mutig zu sein, sich für andere einzusetzen und seine eigene Meinung zu vertreten. Amy und ihr Freunde habe ich wirklich schnell ins Herz geschlossen. Ich habe mich zurück in die Grundschulzeit versetzt gefühlt und wollte auch wieder Kind sein und mir auch eines der verbannten Bücher ausleihen. Durch das Verbot, wurde das Leseinteresse der Kids noch mehr geweckt. Die Schüler haben sich auf die Bücher gestürzt, was es im Nachhinein betrachtet zu einer witzigen Idee macht. – Um Kinder anzuregen, um wieder mehr zu Lesen. Im übrigen wurden da echt tolle Titel genannt, wo einige echt aufschreien würden, wenn diese verbannt worden würden: Gilly Hopkins (Amy´s Lieblingsbuch), Matilda, Harry Potter, Der Goldene Kompass etc… – Stellt euch vor die Titel gäbe es einfach nicht mehr in der Bücherei eures Vertrauens. Natürlich kann man sich die Bücher ja dann kaufen, weil sie nicht einfach vom Markt verschwinden, aber Amy ging es auch darum, dass ganz egal welcher Schüler sich ein Buch ausleihen möchte, die Möglichkeit dazu bekommt, auch ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Nicht jeder hat einen wohlhabende Familie und kann sich die Bücher leisten. Sie kämpft für ihre Mitschüler und genau diese Größe macht die kleine Amy aus. Was ich mir vielleicht noch gewünscht hätte, wäre einen finale Leseliste mit allen genannten Titeln, am Ende des Buches. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass einige Leute den ein oder anderen Titel noch nicht kennen und nun neugierig geworden sind. Ich jedenfalls habe meine Wunschliste erweitert.

Ich könnte also ewig so weiter machen, denn ich habe mich in diese Geschichte verliebt und mich dabei unheimlich wohlgefühlt. Das Buch hat mich laut aufflachen lassen, ich habe mich sogar kurz mitgegruselt und hatte Gänsehaut am ganzen Körper und zum Ende hatte ich sogar ein paar Tränen in den Augen, einfach weil ich es so schön fand. Ganz egal in welchem Alter ihr euch befindet, ihr müsst dieses Buch einfach selbst lesen und ihr werdet sicher schnell merken, wie sehr es einem ans Herz geht. Auch das Nachwort hat mich gerührt, denn diese Geschichte ist nicht reine Fiktion. – Es gibt tatsächlich Menschen, die Bücher verbannen möchten.

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Mein Dank gilt dem Hanser Literaturverlag, welcher mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt ehrlich und unverfälscht.Z

WEITERE REZENSENTEN

(Lasst mir gerne eine kleine Info da, sofern ihr das Buch auch rezensiert habt, damit ich euch verlinken kann.)

2 Kommentare

  1. 24. März 2019 / 13:41

    Liebe Stella,

    das Buch klingt einfach großartig. Ich habe es kürzlich irgendwo zum ersten Mal gesehen und habe es gleich auf meine Wunschliste gesetzt. Es klingt hervorragend.

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Stella
      Autor
      26. März 2019 / 10:12

      Hey Ivy,

      ja du hattest bei mir auf Instagram schon kommentiert, dass es auf deiner Wuli wandert, was mich sehr gefreut hat : )
      Das Buch ist wirklich wundervoll. Es ist eines der Bücher, die im Kopf hängen bleiben. Große Liebe ♥

      Liebe Grüße, Stella

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