Lieber Feind – Jean Webster | Rezension

Lieber Feind – Jean Webster | Rezension

„Weißt Du, ich hatte die ganze Zeit während Deiner Anwesenheit ein höchst seltsames Gefühl. Ich kriege es immer noch nicht in meinen Kopf, dass DU, meine liebe, wunderbare Judy, wirklich in dieser Einrichtung aufgewachsen bist und aus eigener bitterer Erfahrung weißt, was diese Knirpse brauchen.“
– Jean Webster

BUCHDETAILS

Herausgeber: Carlsen | Autor: Jean Webster | Übersetzung: Ingo Herzke | Erscheinungstag: 21.03.2018 | Buchlänge: 416 Seiten | ISBN: 978-3551560452 | Preis: Hardcover 18,99€  | ERWERBEN

REZENSION

Bereits „Lieber Daddy-Long-Legs“ und somit der Vorgänger dieser Geschichte, konnte mich begeistern und zählt für mich zu meinen liebsten Königskindern, weswegen ich selbstverständlich auch „Lieber Feind“ lesen wollte. Die Briefform bleibt uns auch in diesem Teil erhalten und die Protagonisten Judy hat auch ihre Rolle in diesem Buch. An sich kann man aber auch beide Bücher unabhängig voneinander lesen, würde euch aber trotzdem empfehlen, euch gleich beide Schmuckstücke zuzulegen.

In diesem Band geht es vorrangig um Judy´s Freundin Sallie, welche die Leitung des ehemaligen Heims von Judy, übernehmen soll. Sallie ist eine sehr starke Protagonistin, die zwar auch mal zweifelt, aber grundsätzlich eine Frohnatur ist und die man einfach in sein Herz schließen muss. Sie lässt das Waisenhaus modernisieren und ist mit einem solchen Elan bei der Sache, dass es ansteckend ist. Auch die Kindererziehung liegt ihr am Herzen und dabei versucht sie ebenfalls modern zu bleiben, was mir wirklich gut gefallen hat, da sie mit ihrem Auftreten nicht wirklich in die „alte“ Zeit gepasst hat. So wurde dieses doch recht klassische Buch mit Sallie´s frischem Wind aufgepeppt. Auch die Geschichten, die sie mit den Kindern erlebt, haben mich zum Auflachen und Schmunzeln gebracht.

Das Buch befasst sich aber auch mit den negativen Seiten des Heims und die damit verbundene Belastung. Sallie muss einige Erfahrungen durchmachen, welche durchaus authentisch dargestellt worden sind. Somit wird diese Geschichte nicht nur schön, sondern auch drastisch und tiefgründig. Unter anderem geht es auch um das Thema Selbstfindung und damit eingehend das Richtige für sich selbst zu finden, unabhängig davon was andere meinen oder denken. Jean Webster erzählt all das mit einer Leichtigkeit und überfällt uns nicht mit ihrer Message. Dennoch schafft sie es dabei so einnehmend zu sein, dass es schwer fällt, es aus den Händen zu legen. Es ist ein realistisches Buch, zum Mitfühlen, und eins das Hoffnung gibt.

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AUTOR/IN

Jean Webster, eigentlich Alice Jane Chandler Webster (1876 – 1916), war eine amerikanische Schriftstellerin und Journalistin und eine Nichte von Mark Twain. Sie studiert Englisch und Ökonomie am Vassar College. Ihr berühmtester Roman ist der Briefroman „Daddy-Long-Legs“. Er wurde mehrfach verfilmt, in viele Sprachen übersetzt, und ist seit 1947 in verschiedenen Ausgaben auch auf Deutsch erschienen.

KLAPPENTEXT

Ein Waisenhaus leiten? Sally McBride erklärt ihre beste Freundin Judy für komplett verrückt, als diese ihr die Leitung des John-Grier-Heims übertragen will. Hätte ihr Verlobter nicht schallend gelacht und damit ihren Ehrgeiz geweckt, Sally hätte niemals eingewilligt.
Plötzlich einhundert Kinder zu haben, ist keine leichte Aufgabe! Und die Zustände im Heim sind haarsträubend. Mit Verve geht Sally an die Arbeit, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch dabei macht sie sich nicht nur Freunde. Ihr liebster Feind allerdings ist und bleibt der betreuende Kinderarzt Dr. Robin MacRae.

Quelle Autor & Klappentext | Carlsen

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(Lasst mir gerne eine kleine Info da, sofern ihr das Buch auch rezensiert habt, damit ich euch verlinken kann.)

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