Noch war es Nacht – Antonella Lattanzi | Rezension

Noch war es Nacht – Antonella Lattanzi | Rezension

„Und wie oft hatte Vito ihr gesagt: Ich schwöre dir, ich bringe dich um, Carla. Ich steche dich ab wie ein Schwein, und ich bringe auch unsere Kinder um.“


Antonella Lattanzi

BUCHDETAILS

Herausgeber: Kindler | Autor: Antonella Lattanzi | Übersetzung: Margit Knapp | Erscheinungstag: 21.08.2018 | Buchlänge: 288 Seiten | ISBN: 978-3463406992 | Preis: Hardcover 20,00€  | ERWERBEN

REZENSION

Als ich in der Buchhandlung so umher geschlendert bin, hat mich ein Cover direkt angezogen, also bin ich hin, um mir den Klappentext durchzulesen. Ein italienischer Spannungsroman, der wirklich vielversprachend klang, durfte also mit an die Kasse. Kurz darauf habe ich mich schon daran gemacht, „Noch war es Nacht“ von Antonella Lattanzi zu lesen.

Es geht um Carla, die von ihrem Mann Vito, jahrelang misshandelt wird. Er ist schon immer krankhaft eifersüchtig gewesen und hat dies an seiner Frau ausgelassen. Schließlich schafft sie es irgendwann, sich von ihm zu trennen. Doch der Spuk soll kein Ende nehmen, denn Vito lauert ihr ständig auf und bedroht sie. Sie bangt um ihr Leben, genauso wie um das ihrer Kinder. Auch wenn ihr Exmann, ihren gemeinsamen Kindern nie etwas getan hat. Er war sogar immer ein sehr liebevoller Vater und seiner neuen Geliebten hat er auch nie ein Haar gekrümmt. Bei einem gemeinsamen Familienfest – dem Geburtstag der jüngsten Tochter, verbringen alle eine unverhofft, harmonische Feier. Danach verschwindet Vito spurlos.

Und so beginnt die Geschichte. Antonella lässt uns Teil von Carlas Gefühlswelt haben. Es ist sehr spannend geschrieben, so dass man unbedingt wissen möchte, was denn mit Vito passiert ist. Als er schließlich einige Zeit später Tod aufgefunden wird, stellt sich die Frage nach dem Mörder. Carla hat das perfekte Motiv, mit ihren jahrelangen Qualen und dann kommt auch noch ihr persönliches Geständnis dazu. Die Ermittler schenken dem Schuldeingeständnis von Carla nicht wirklich glauben, weswegen sie den Fall damit nicht schließen wollen. Die Familie bricht währenddessen an der Schuldfrage. Was ist in dieser besagten Nacht wirklich passiert? Wer hat Vito ermordet? – Genau das, gilt es in diesem Roman herauszufinden.

Die Spannung war wie gesagt auf jeden Fall da und man wurde recht lange (für so einen kurzweiligen Roman), auf die Folter gespannt. Auch die Sichten der Kinder und die Eindrücke aus Carla´s Geschichte, haben mich bewegt. Insgesamt kamen hier doch recht viele Emotionen auf. Was mich allerdings gestört hat, und mich nicht richtig mitfühlen haben hat, war die Übersetzung. Man hat versucht, das italienische Flair herüberzubringen, ist aber durch die sehr abgehackte Schreibweise gescheitert. Ich war dann letztlich doch froh, die Geschichte beendet zu haben, da mich der Stil einfach – mit jeder Seite ein wenig mehr – unfassbar gestört hat. Wenn ich ein wenig mehr, als ein Brocken der italienischen Sprache verstehen würde, dann hätte ich mir definitiv noch das Original zugelegt. Das Buch ist im Grunde nicht schlecht, und hat seine Momente, aber ich hätte mir gewünscht, dass es mich emotional noch mehr berührt hätte. Mir war die Atmosphäre nicht italienisch genug. Allerdings die Irreführungen der Autorin, sind wirklich gelungen gewesen.

Wer gerne mal einen Kriminalroman liest, oder sich aber auch mit einer ernsten Familiengeschichte auseinander setzten möchte, dem kann ich die Geschichte empfehlen. Es ist ein kurzweiliges, aber auch spannendes Erlebnis. – Und wer weiß, vielleicht kann euch die Übersetzung mehr als mich überzeugen.

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AUTOR/IN

Antonella Lattanzi wurde 1979 in Bari geboren und studierte Literatur in Rom. Sie arbeitet als Drehbuchautorin für das Kino und ist für ihr Werk mit diversen Preisen ausgezeichnet worden. Die Filmrechte von „Noch war es Nacht“ sind an die Produktionsfirma Lucky Red verkauft, die daraus eine TV-Serie herstellen wird. Das Drehbuch schreibt Lattanzi selbst. Seit 2010 unterrichtet Lattanzi an der von Alessandro Baricco und Carlo Feltrinelli gegründeten berühmtesten Schule Italiens für creative writing, der Scuola Holden. Antonella Lattanzi lebt in Rom.

KLAPPENTEXT

Es ist der dritte Geburtstag von Mara, der Tochter von Carla und Vito. Vito war der einzige Mann in Carlas Leben. Sie haben sich sehr geliebt, aber Vitos Liebe war obsessiv, gewalttätig. Ein Lächeln, ein zu kurzes Kleid haben gereicht, damit Vito sie schlug. Erst als die älteren beiden Kinder, Nicola und Rosa, groß genug waren, um das Haus zu verlassen, hat Carla es geschafft, sich zu trennen und mit der jüngsten Tochter Mara auszuziehen. Aber Vito hört nicht auf, sie zu verfolgen, ihr zu drohen.
An diesem dritten Geburtstag von Mara entscheidet Carla dennoch, dem Drängen ihrer Tochter nachzugeben und Vito zu der Feier einzuladen. Es kommen auch Nicola und Rosa. Nach langer Zeit ist die Familie wieder vereint. Das Fest verläuft unerwartet glatt. Aber nach jenem Abend ist Vito spurlos verschwunden…

Quelle Autor & Klappentext | Rowohlt

WEITERE REZENSENTEN

(Lasst mir gerne eine kleine Info da, sofern ihr das Buch auch rezensiert habt, damit ich euch verlinken kann.)

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